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Einfluss von vorab gegebenen Informationen

Studie: Einfluss von vorab gegebenen Informationen auf die Auswirkungen niederfrequenter Felder in kognitiven Tests

Quelle: Julia Osterhoff, ECOLOG-Institut, EMF-Monitor Nr. 1/2007.
1. März 2007

Zusammenfassung

Zielsetzung:

Eine in Belgien durchgeführte Studie geht der Frage nach, wieweit Erwartungen und Überzeugungen bezüglich der Wirkung elektromagnetischer Felder die kognitiven Leistungen und das Befinden beeinflussen.

Studiendesign:

Es wurden 74 gesunde Männer zwischen 40 und 60 Jahren in fünf Gruppen eingeteilt:

  • Gruppe 1 (-) wurde scheinexponiert und erhielt die Informationen, dass eine Exposition stattfindet und dass dies negative Auswirkungen auf die Leistung hat.
  • Die Gruppen 2 (+) und 3 (+/-) wurden ebenfalls nur scheinexponiert und glaubten aber exponiert zu sein. Probanden der Gruppe 2 wurde zudem mitgeteilt, dass der Effekt auf die Leistung positiv sei, während bei Gruppe 3 angegeben wurde, dass keine Effekte auftreten würden.
  • Gruppe 4 war die negative Kontrollgruppe. Die Teilnehmer wurden nicht exponiert und erhielten auch die entsprechende Information. Über die Auswirkungen einer Exposition wurden keine Angaben gemacht.
  • Gruppe 5 war die positive Kontrollgruppe, sie wurde exponiert und wusste dies auch. Die Information über die Beeinflussung der Leistung war neutral.


Alle Probanden der Gruppen 1 bis 3 und 5 wurden während einer zweistündigen Sitzung für 30 Minuten einem 400 µT-Magnetfeld ausgesetzt bzw. scheinexponiert. Zu Beginn der Sitzung wurden generelle psychologische Charakteristika der Probanden ermittelt und die generelle Risikowahrnehmung bezüglich 15 verschiedener Risikofaktoren, wie Luftverschmutzung, Radonbelastung, Mobilfunk, erhoben.

Zudem wurden die Probanden vor der Exposition gefragt, welche Auswirkungen auf ihre kognitiven Leistungen sie erwarten. Nach der Exposition wurden sie gefragt, ob die Auswirkung ihren Erwartungen entsprach. Außerdem wurde nach der Exposition nach der Stimmung, und physischen Symptomen gefragt, z.B. nach Ohrgeräuschen, Kopfschmerzen, Konzentrationsproblemen, Missempfindungen der Haut, Muskelverspannungen und Herzbeschwerden. Die kognitiven Tests wurden einmal ohne Exposition und einmal unter Exposition/Scheinexposition durchgeführt. Die Altersverteilung und die psychologischen Charakteristika der Probanden in den fünf Gruppen entsprachen einander.

Resultate

Es stellte sich heraus, dass die Personen überwiegend gelassen und wenig ängstlich waren. Es zeigte sich, dass keine Person in der Lage war, festzustellen, ob sie exponiert oder nicht exponiert war. In allen Gruppen waren die Erwartungen bezüglich der Auswirkungen vor den Tests negativer als danach, wobei Probanden der Gruppe 5 (informiert exponiert, neutrale Informationen über Auswirkungen) sich sowohl vor als auch nach dem Test signifikant negativer äußerten als die Personen der anderen Gruppen. Insgesamt zeigten die Äußerungen über die Auswirkungen vor und nach den Tests bei den einzelnen Gruppen keine signifikanten Unterschiede. Die Informationen über die Auswirkungen hatten keinen signifikanten Einfluss auf die Annahmen der Probanden. Bei den vier kognitiven Tests zeigten sich in zwei Tests unter Exposition/Scheinexposition schnellere Reaktionszeiten, dies könnte jedoch auf einem Lerneffekt beruhen. Die Erhebung des Befindens ergab zwischen den Gruppen keine signifikanten Unterschiede. Generell wurden wenige Symptome genannt, diese betrafen vor allem das zentrale Nervensystem (Kopfschmerzen, Müdigkeit). Auch die Probanden (19 %), die entgegen der gegebenen Information davon ausgingen, dass sie nicht exponiert waren, unterschieden sich in der kognitiven Leistung, den psychologischen und physiologischen Parametern nicht vom Rest der getesteten Personen.

Zusammenfassung der Wissenschaftler

Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass die Erwartungen der Probanden durch die vorab gegebenen Informationen nicht signifikant beeinflusst wurden, dies könnte daran liegen, dass die Informationen auf eine ruhige (im Gegensatz zu einer alarmierenden) Weise gegeben wurden. Die Autoren und Autorinnen vermuten, dass bei einer emotionaleren Vermittlung der Informationen und ängstlicheren Probanden das Ergebnis evtl. anders ausgefallen wäre. Zudem hatte die Exposition keinen Einfluss auf die untersuchten Parameter.

Voller Studientitel:

Voller Studientitel:
Nevelsteen S., Legros J.-J. & Crasson M. 2007: Effects of information and 50 Hz magnetic fields on cognitive performance and reported symptoms. Bioelectromagnetics 28 (1): 53-63 (OS)

PubMed-Link: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?CMD=search&DB=pubmed


Anmerkung der diagnose-funk

Dass eine kurzzeitige Exposition mit niederfrequenten Feldern bei durchschnittlich sensiblen Personen keinen Einfluss auf die untersuchten Parameter hat, war anzunehmen und steht im Kontext zu anderen Studien. Interessant ist hier, dass die Ergebnisse nicht von den vorab gegebenen Informationen abhingen – im Gegensatz zu den hartnäckig wiederholten Vermutungen der Industrie und der Behörden.