Info zur Seite Studien mitteilen Sitemap Impressum
Zum Inhalt Startseite Studien chronologischStudien 2007

Abdel-Rassoul-Studie

Ägyptische Antennenstudie:
Neurologische Effekte unter Bewohnern um eine Mobilfunk-Basisstation

August 2006
Aus Pubmed: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?CMD=search&DB=PubMed, PMID 16962663
Deutsche Übersetzung: Evi Gaigg

Zusammenfassung


Autoren

Abdel-Rassoul G, El-Fateh OA, Salem MA, Michael A, Farahat F, El-Batanouny M, Salem E.
Umwelt- und Medizindepartement, medizinische Fakultät der Menoufiya-Universität, Ägypten.

Hintergrund

Es gibt eine generelle Besorgnis über die möglichen riskanten gesundheitlichen Auswirkungen auf das menschliche Nervensystem durch die Exposition mit radiofrequenter elektromagnetischer Strahlung, (RFRI) die von Mobiltelefon-Basisstationen ausgeht.

Absicht

Die möglichen neurobehavioralen Defizite (Defizite im neurologischen Verhalten) unter den Einwohnern, die nahe von Mobilfunk-Basisstationen leben, zu erkennen.

Methoden

Eine Querschnittsstudie wurde an (85) Einwohnern gemacht, die nahe der ersten Mobifunk-Antennenstation im Menoufiya Governate, Ägypten leben. 37 davon leben in Häusern unter der Antenne, während 48 gegenüber der Antenne leben. Eine Kontrollgruppe von 80 Teilnehmern wurde ausgewählt nach Alter, Geschlecht, Beruf, Ausbildung und medizinischer Vorgeschichte, allgemeinen und neurologischen Untersuchungen, neurobiologischer Testbatterie (NBTB) [ involvierte Tests für visuelle und motorische Wahrnehmungsgeschwindigkeit, Problemlösung, Aufmerksamkeit und Gedächtnis] dazu noch Eysenck Persönlichkeitsfragebogen. (EPQ)

Resultate

Das Vorherrschen von neuropsychiatrischen Beschwerden, wie Kopfschmerzen (23.5%), Gedächtnisveränderungen (28.2%) Schwindel (18.8%) Zittern (9.4%), depressive Symptome (21.7%) und Schlafstörungen (23.5%) waren signifikant höher unter den exponierten Einwohnern als in der Kontrollgruppe (10%), (5%), (5%), (0%), (8.8%) und (10%), resp. (P< 0.05). Die NBTB ergab, dass die exponierten Einwohner eine signifikant tiefere Leistung zeigten, als die Kontrollgruppe in einem der Tests für Aufmerksamkeit und Kurzzeitgedächtnis [Paced Auditory Serial Addition Test (PASAT)]. Auch wiesen die Einwohner gegenüber der Antenne eine tiefere Leistung beim Lösen der Testaufgaben (block design) auf, als jene unter der Antenne. Alle Einwohner zeigten eine bessere Leistung in den zwei Tests zur visomotorischen Geschwindigkeit (Digit symbol und Trailmaking B) und einem Test für Aufmerksamkeit (Trailmaking A) als die Kontrollgruppe. Die zuletzt erhältlichen Messungen der emittierten RFR der ersten Mobilfunk-Antennenbasis im Menoufiya Governorate waren tiefer als die erlaubten Standardlevels.


Abbildung: Bei allen untersuchten neurologischen Beschwerden fand sich ein markanter Anstieg im Umfeld der Mobilfunkantenne (d.h. im Haus darunter oder gegenüber). Die Studienteilnehmer wurden erst nach der Umfrage über die Antenne und den Zweck der Studie informiert.


Schlussfolgerungen und Empfehlungen

Die Einwohner, die nahe der Mobilfunk-Basisstation leben, riskieren, neuropsychiatrische Probleme zu entwickeln und einige Veränderungen in der Leistung von neurobehavioralen Funktionen entweder durch Verminderung oder Hemmung. So wird die Revision der Standardrichtlinie für die öffentliche Exposition durch RER von Antennen-Basisstationen, die NBTB als reguläre Bewertung benützen und eine frühe Aufspürung von biologischen Effekten unter den Einwohnern rund um die Station empfohlen.

Voller Studientitel:

Abdel-Rassoul, G., Abou El-Fateh, O., Abou Salem, M., Michael, A., Farahat, F., El-Batanouny, M., Salem, E.: “Neurobehavioral effects among inhabitants around mobile phone base stations, NeuroToxicology, doi:10.1016/j.neuro.2006.07.012, 2006.